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Stand: 07.10.2014

Pressemitteilung

Winterberger Stadtrat besucht den Warenkorb im Haus Nordhang

Die CDU-Ratsfraktion besucht den Warenkorb Winterberg.Die CDU-Ratsfraktion besucht den Caritas Warenkorb Winterberg im Haus Nordhang.Foto: Caritas Brilon / Haus Nordhang

Winterberg. Bürgermeister Werner Eickler besuchte jetzt mit 15 Ratsmitgliedern den Caritas-Warenkorb im „Haus Nordhang“ am Bahnhof. Dort werden einmal pro Woche gespendete Lebens- und Hygienemittel gegen wenig Geld an bedürftige Menschen ausgegeben. Im Jahr 2017 erreichte das Hilfsangebot im Stadtgebiet Winterberg insgesamt 207 Personen, darunter 85 Kinder. „Armut ist also auch ein Thema auf dem Land, direkt bei uns“, sagte Christof Schwake, Einrichtungsleiter des Haus Nordhanges, einem sozialtherapeutischen Wohnhaus für Menschen mit einer Suchterkrankung in Trägerschaft des Caritasverbandes Brilon.

 

Der Besuch des Warenkorbes war von der CDU-Ratsfraktion auch vor dem Hintergrund der Diskussionen um die „Essener Tafel“ angestoßen worden. Vor Ort wollten sich die heimischen Mandatsträger ein eigenes Bild machen. Auskunft aus erster Hand gab Katja Harnischmacher, hauptamtliche Mitarbeiterin im Haus Nordhang und verantwortlich für den Warenkorb. Das Besondere an dem Winterberger Warenkorb, der 2007 von der Caritas initiiert wurde, ist, dass sich Bewohner des Haus Nordhanges in dem Hilfsangebot engagieren. Sie gehören mit zum Team der sechs Ehrenamtlichen. Gemeinsam sortieren sie die Waren und helfen bei der wöchentlichen Ausgabe. Interessant war auch der Blick auf die Zahlen hinter der Zahl: Aktuell sind 90 Einkaufsausweise ausgestellt. Dafür wird die Bedürftigkeit beispielsweise via Sozial- oder Rentenbescheide oder Gehaltsabrechnungen geprüft. Arm trotz Arbeit: Das gibt es auch in Winterberg. „Zu uns kommen alle Altersklassen“, sagte Katja Harnischmacher. Die 90 Ausweise verteilen sich auf 8 Ruheständler, die ihre geringe Rente mit Grundsicherung aufstocken müssen, 30 Arbeitslosengeld II Empfänger und 52 Asylbewerber. „Unser Angebot erreicht damit insgesamt 222 Personen. Dazu zählen 90 Kinder“, sagte Harnischmacher.

 

Die Motivation der Caritas, einen Warenkorb anzubieten, stellte Einrichtungsleiter Christof Schwake klar. Er zitierte aus dem Evangelium, der ältesten Quelle und Leitlinie für das Caritas-Engagement. Darin ist klar formuliert: Hungernde speisen, Dürstenden zu trinken geben, Nackte bekleiden, Fremde aufnehmen. Ebenso konkret ist in der Satzung des Caritasverbandes Brilon (CVB) nachzulesen:  Der CVB hilft Menschen in Not. Er versteht sich als Anwalt und Partner Benachteiligter und vertritt deren Interessen in Staat, Kirche und Gesellschaft. „Wir unterscheiden also nicht bei Menschen, die um Hilfe bitten, welche Konfession sie haben, ob sie Landsleute sind oder aus einem anderen Land kommen“, betonte Christof Schwake: „Entscheidend ist für uns als Caritas allein die Hilfsbedürftigkeit.“

An den Begriff der Hilfsbedürftigkeit und der Debatte um Armut in einem reichen Land wie Deutschland knüpfte sich in der Runde eine rege Diskussion an.

 

Info: Warenkörbe im Altkreis Brilon

  • Gegründet wurden die Warenkörbe 2003 in Brilon, 2005 in Marsberg, 2007 für Winterberg, Medebach und Hallenberg sowie in 2010 in Olsberg.

  • Der Warenkorb im Haus Nordhang hat mittwochs von 10.30 bis 11.30 im Haus Nordhang am Bahnhof, Am Hagenblech 53, geöffnet. Infos auch unter 02981 - 3255