Brilon. Die Bundestagsabgeordnete Sandra Stein (Bündnis 90 / Die Grünen) besuchte jetzt die Sucht- und Drogenberatungsstelle der Caritas Brilon. Themen des Termins waren unter anderem die steigenden Fallzahlen und die angespannte Finanzierung, die die Politikerin mit Sabine Becker, Leiterin der Sucht und Drogenberatung und Nicolas Hilkenbach, Fachbereichsleitung Beratung und existenzsichernde Angebote, diskutierte.
Das Team der Sucht- und Drogenberatung bietet Hilfe, Begleitung und Prävention im ganzen Hochsauerlandkreis an, mit Ausnahme der Städte Arnsberg und Sundern. In diesen Städten wird das Beratungsangebot von einem anderen Träger übernommen. "Oftmals leidet nicht nur der Mensch mit einer Suchterkrankung allein, sondern die Erkrankung wirkt sich auf das Familienleben und den Arbeitsplatz aus", erklärte Expertin Sabine Becker.
Die Beratungsstelle stößt jedoch zunehmend an ihre strukturellen und finanziellen Grenzen. "Unsere Terminkalender sind voll. Die dadurch entstehenden Wartezeiten auf Erst- und Anschlusstermine stellen für Menschen, die akut Hilfe benötigen, ein großes Problem dar", sagte Suchttherapeutin Sabine Becker.
Auch finanziell ist die Lage angespannt. Da die Beratungsstelle durch öffentliche Mittel nicht kostendeckend finanziert wird, sichert der Caritasverband Brilon die Finanzierung zusätzlich mit eigenen Mitteln. Doch auch das wird zunehmend schwieriger. Gleichzeitig ist die Nachfrage hoch. Immer mehr Menschen suchen Hilfe, die Anforderungen steigen. Dass auch der Hochsauerlandkreis und die Kommunen unter finanziellen Druck stehen, ist allen Beteiligten bewusst. "Trotzdem ist die Suchtberatung ein wichtiges, systemrelevantes Angebot", betonte Nicolas Hilkenbach.
Sandra Stein zeigte sich im Gespräch aufgeschlossen und emphatisch für die Probleme von Suchterkrankten und der vielschichtigen Arbeit der Suchtberatungsstelle. Die Politikerin ist zugleich Unternehmerin. "Meine politischen Schwerpunkte liegen daher eher im Wirtschaftsbereich. Mir ist natürlich bewusst, dass die Rahmenbedingungen schwer sind, weil Kommunen und Kreise wenig bis gar keinen finanziellen Spielraum mehr haben. Trotzdem nehme ich Ihre Sorgen mit, um Ihren Anliegen sowohl in Berlin als auch bei den Akteuren bei uns vor Ort Gehör zu verschaffen."
Infokasten: Die Sucht- und Drogenberatung der Caritas Brilon
- Kostenlose und vertrauliche Beratung für Menschen mit Problemen rund um Alkohol, Drogen, Medikamente, Glücksspiel oder Medien sowie für Angehörige.
- Angebote: Einzelgespräche, Angehörigenberatung, Hilfe bei Anträgen, Vermittlung in Entgiftung und Therapie, ambulante Rehabilitation und langfristige Begleitung.
- Standorte in Brilon, Meschede und weiteren Orten im Hochsauerlandkreis.
- Um den Weg in ein abstinentes und suchtmittelfreies Leben zu ermöglichen, bietet das Team zusätzlich zur Suchtberatung die ambulante Rehabilitation an. Diese umfasst eine wöchentliche Therapiegruppe in den Abendstunden sowie individuell terminierte Einzelgespräche. Das ist mit Beruf und Familie besser vereinbar. Die Kosten der ambulanten Rehabilitation werden je nach Zuständigkeit von der Deutschen Rentenversicherung, der Krankenversicherung oder von den Patient*innen selbst übernommen.